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Gorilla-Tracking in Uganda & Ruanda

Die Begegnung mit frei lebenden Berggorillas gehört zweifellos zu den eindrucksvollsten Naturerlebnissen, die ein Mensch haben kann. Im folgenden möchten wir Ihnen dazu einige Informationen geben, die Ihnen bei der Vorbereitung auf dieses Abenteuer helfen sollen.

Uganda - Bwindi Impenetrable Forest (Buhoma)

In Buhoma, im Norden des Bwindi Impenetrable Forests, leben insgesamt drei Gorilla-Familien, die an den Besuch von Menschen gewöhnt sind.

Die Habinyanja-Gruppe besteht aus rund 20 Tieren. Nach einer Fahrt von rund 20 Minuten erreichen Sie den Anfang des Wanderpfades, der zu den Menschenaffen führt.

Eine weitere Gruppe ist die Rushegura-Gruppe, die aus etwa 19 Tieren besteht und sich in der Nähe des Gorilla Forst Camps aufhält. Seit einiger Zeit jedoch muss auch hier eine Anfahrt von rund 20 Minuten in Kauf genommen werden, um den Wanderpfad zu erreichen.

Die letzte und gleichzeitig kleinste Gruppe ist die Mubare Gruppe. Diese eine der ältesten Gruppen. Aufgrund des hohen Alters des Silberrückens legen die Tiere lediglich kurze Tagesstrecken zurück. Zumeist dauert es 1 – 2 Stunden, bis die Tiere erreicht werden. Es sind Überlegungen im Gange, ob die Tiere im Zuge einer Forschungsarbeit nach Ruhija umgesiedelt werden.  

Uganda - Bwindi Impenetrable Forest (Nkuringo und Rushaga)

Im Südwesten des Bwindi Urwaldes leben zwei Gruppen, die an den Besuch des Menschen gewöhnt worden sind. Die Nkuringo Gruppe besteht aus etwa 19 Tieren. Je nachdem, wo Sie Ihre Unterkunft haben, bringt Sie ein kurzer Fußmarsch oder eine kurze Fahrt zum Startpunkt. Der weitere Weg zu den Tieren ist eher gemächlich, geht aber teilweise steil bergab. Für den Rückweg bedeutet das, dass Sie hauptsächlich bergauf gehen. Daneben gibt es eine weitere Gruppe (Nshongi), die sich in zwei Gruppen aufgeteilt hat. Die kleinere Gruppe, die sich abgespalten hat, wird Misaya-Gruppe genannt und besteht aus 9 Tieren.

Ganz gleich, welche Gruppe Sie besuchen, die Regeln sind bei allen Gruppen gleich. Bevor Sie sich auf den Weg machen, erhalten Sie eine kurze Einführung zum richtigen Verhalten während Ihres Aufenthaltes. Es kann vorkommen, dass es selbst erfahren Fährtenleser nicht gelingt, die Tiere aufzuspüren. Das ist allerdings sehr selten. Die Zeitspanne für ein Gorilla Tracking variiert erheblich, sie kann zwischen 30 Minuten und sieben Stunden betragen. 

Uganda - Bwindi Impenetrable Forest (Ruhija)

Im Ostteil des Nationalparks lebt die Bitukura Gruppe, die aus rund 13 Tieren besteht. Der Besuch dieser Gruppe bedeutet, dass der Tag gegen 5 Uhr morgens beginnt, sofern Sie in Buhoma übernachten. Nach einer Fahrt von etwa 50 km – die durch die schlechten Straßenbedingungen etwas länger dauern kann – erreichen Sie den Ausgangspunkt der Wanderung. Die Wanderung selbst stellt auch eine Herausforderung dar.

Der Wanderpfad ist leichter erreichbar, wenn Sie in Ruhija ihre Unterkunft bezogen haben.

Nkuringo Gorilla Gruppe - Foto: Rainer Hirschberg
Nkuringo Gorilla Gruppe - Foto: Rainer Hirschberg

Uganda - Mgahinga Nationalpark

Berggorillas sind auch die Hauptattraktion des Mgahinga-Nationalparks, der den ugandischen Teil des Virunga-Gebirges schützt, einer eindrucksvollen Kette von neun freistehenden erloschenen und aktiven Vulkanen, die entlang der Grenze zu Ruanda und zum Kongo verläuft.

Das Gorilla-Tracking in Mgahinga war in den letzten Jahren etwas schwierig, weil sich die einzige habituierte Gorilla-Familie ins nahe Ruanda auf Brautsuche begeben hatte. Mittlerweile sind sie aber zurückgekehrt und ein echter Geheimtipp für Gorilla-Fans, da die Wanderung zu den Gorillas meistens weniger beschwerlich ist als im Bwindi oder im Volcanoes Nationalpark in Ruanda.

Nyakaliezi Gruppe - Junger Silberrücken | Foto: Martina Hirschberg
Nyakaliezi Gruppe - Junger Silberrücken | Foto: Martina Hirschberg

Volcanoes Nationalpark Ruanda

Ruandas Volcanoes Nationalpark hat im Moment 11 habituierte Gorilla-Familien, von denen 10 besucht werden können und eine Gruppe, die für Forschungszwecke reserviert ist. Die Familien heißen Titus, Susa A, Karisimbi (oder Susa B), Amahoro, Umubano, Sabinyo, Agashya, Kwitondo, Hirwa, Uganda und Bwenge. Es sind daher täglich 80 Gorilla-Permits verfügbar und die Aufteilung der Gäste zu den einzelnen Gruppen erfolgt morgens um 08:00 Uhr bei den Park-Headquarters. Präferenzen für einzelne Gruppen werden berücksichtigt, können aber NICHT garantiert werden.

Die Sabyinyo Familie hat etwa 12 Mitglieder und lebt relative nah an der Nationalparkgrenze (30 – 60 Minuten Wanderung) zwischen den Vulkanen Sabinyo und Gahinga.

Die Agashya Familie, die vormals auch „Gruppe 13“ genannt wurde (wegen der Anzahl ihrer Mitglieder) lebt normalerweise relativ nah bei der Sabinyo Gruppe, bewegt sich aber wesentlich weiter und höher in die Vulkanberge.

Zwischen den Gipfeln von Karisoke und Visoke leben die Amahoro Gruppe mit ca. 17 Gorillas und die Umubano Gruppe mit derzeit 11 Gorillas. Beide sind zwar weiter entfernt als die beiden erstgenannten, aber leichter zu erreichen als die Susa Gruppen.

Die Susa A Familie war die Gorilla Gruppe, die damals von Dian Fossey studiert wurde und besteht mittlerweile aus ca. 40 Individuen. Auch wenn es einige Anstrengungen kostet, sie in den luftigen Höhen des Karisimbi Vulkans aufzuspüren, sollten durchtrainierte Gorilla-Besucher es ruhig wagen. Die große Anzahl der Gorillas und die Tatsache, dass es in der Susa A Familie zwei Zwillingpärchen gibt, versprechen einzigartige Beobachtungen. Die Karisimbi Group (Susa B), die sich vor einigen Jahren von der A-Familie abgesplittet hat, lebt ebenfalls am Mount Karisimbi und ist daher auch nur für versierte Bergwanderer geeignet. Für beide Gruppen sollte man sicherheitshalber eine ganztägige Wanderung einplanen.

Die Hirwa Familie hat ca. 11 Mitglieder, und ihnen eine Silberrücken und ebenfalls eines der sehr seltenen Zwillingspärchen, die die frühe Kindheit überlebt haben.

Die Kwitondo Familie besteht aus 18 Gorillas und wurde in der Demokratischen Republik Kongo habituiert. Sie überquerten 2005 die Grenze und können nun regelmäßig besucht werden. Allerdings haben sie die Angewohnheit oft weit umherzustreifen.

Die Bwenge Familie, die nach ihrem einzigen Silberrücken benannt ist und 11 Mitglieder hat, sowie die Ugende Familie mit ebenso vielen Individuen lassen sich schwer lokalisieren, weil sie häufig ihren Standort wechseln. 

Sabinyo - Familie | Foto: Martina Hirschberg
Sabinyo - Familie | Foto: Martina Hirschberg

Wie sollten Sie ausgerüstet sein?

  • Festes Schuhwerk, am besten knöchelhoch, das sich zum Bewältigen steiler und schlüpfriger Hänge eignet
  • Lange Hose und langärmeliges Oberteil (leicht trocknend!)
  • Lange Socken, in die Sie Ihre Hose hineinstecken können (Ameisen!)
  • Leichte Regenjacke
  • Sonnencreme
  • Regenhut (das Wetter ist komplett unvorhersagbar!)
  • Insektenschutzmittel
  • Gartenhandschuhe (gegen stachelige Dschungel-Pflanzen)
  • Lunch-Paket (wird von Ihrer Lodge vorbereitet)

Wichtige Hinweise

Aus Artenschutzgründen wird das Gorilla-Tracking von den Nationalparkbehörden streng überwacht. An die folgenden Regeln muss man sich unbedingt halten:

  • Mit einer ansteckenden Krankheit (z.B. grippaler Infekt, Durchfall) erhält man keine Erlaubnis die Tour mitzumachen.
  • Die Menschengruppen müssen immer dicht zusammen bleiben, auf keinen Fall dürfen die Gorillas von den Menschen eingekreist werden.
  • Gehen Sie nie näher als 7 Meter an die Gorillas heran.
  • In einem Radius von 200 m um die Gorillas herum darf weder geraucht noch gegessen werden.
  • Drehen Sie sich von den Gorillas weg, wenn Sie husten oder niesen müssen und bedecken Sie Mund und Nase dabei mit Ihren Händen.
  • Menschliche Hinterlassenschaften müssen mindestens 30 cm tief vergraben und das Loch sorgfältig wieder verschlossen werden.
  • Lassen keinen Müll im Park zurück - auch das kleinste Fitzelchen muss wieder mitgenommen werden!
  • Spucken Sie weder auf den Boden noch auf die Pflanzen. Benutzen Sie ein Taschentuch.
  • Das Mindestalter für Gorilla-Tracking ist 15 Jahre.
  • Die maximale Gruppengröße ist 8 Personen.

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