Rubondo Island Nationalpark

Kleines Wasserwunderland im Viktoriasee.

Ein Fischadler, der die sanfte Bucht bewacht, reißt den Kopf zurück und schreit Alarm. Dadurch aufgeschreckt stürmt ein riesiges, wohlgenährtes Krokodil, das eben noch in der Morgensonne döste, urplötzlich durchs trockene Unterholz und kracht vor unserem Boot ins Wasser. Einen Moment später sehen wir nur noch seine Augen, die wie Wachposten unsere Bewegungen skeptisch verfolgen.

Die Insel Rubondo ruht in einer Ecke des zwischen drei Ländern liegenden Victoriasees, des zweitgrößten Sees der Welt. Rubondo und die zu ihr gehörenden neun kleineren Inseln schützen kostbare Fischlaichgründe. Wohlschmeckende Tilapia und der räuberische Nilbarsch, der über 100 kg wiegen kann, sind lockende Herausforderungen für Hobby- und Sportangler.

Aber Rubondo ist mehr als nur ein Wasserwunderland. Einsame Sandstrände schmiegen sich an unberührte Wälder. Papyrussümpfe bieten Lebensraum für die scheue Sitatunga, eine zottelige, wasserliebende Antilope, und den gefleckten Buschbock, die sich leichtfüßig einen Weg suchen durch das Labyrinth aus Tamarinden, wilden Palmen und pfahlwurzelumrankten Wildfeigenbäumen. Das strahlende Azur des Malachiteisvogels misst sich mit dem auffallenden wallenden Schwanz des Paradiesschnäppers. In Rubondo leben Fischadler, und hunderte von Zugvögeln machen hier Halt. Wilder Jasmin, 40 verschiedene Orchideenarten und ein Bankett süßer, undefinierbarer Walddüfte umschmeicheln die Besucher der Insel.

Neunzig Prozent des Parks sind Feuchtwald, sonst findet man vor allem Ufergrasland und seewärts-gelegene Papyruswäldchen. Einheimische Säugetiere – Flusspferde, Buschböcke, Affen, Ginsterkatzen und Mungos – teilen den Park mit angesiedelten Arten, wie Schimpansen, Elefanten und Giraffen, die von Rubondos Abgeschiedenheit profitieren.

Rubondo ist 240 qkm groß und liegt im Nordwesten Tansanias, 150 km westlich von Mwanza.Es verkehren regelmäßige Flüge von Arusha, Lake Manyara, der Serengeti und Mwanza.

Die beste Reisezeit ist die Trockenzeit (Juni bis August), aber auch die Regenzeit (November bis März) lohnt sich wegen der Wildblumen und Schmetterlinge, von Dezember bis Februar kann man viele Zugvögel beobachten.