Kafue Nationalpark

Der Kafue ist der älteste und größte Nationalpark Sambias und liegt im westlichen Landesteil.

Die Ursprünge gehen auf den britischen Naturschützer Norman Carr zurück, der in den 1950er Jahren des vergangenen Jahrhunderts den Park gründete. Heute zählt der Park zu den größten seiner Art in Afrika. Trotz seiner Größe und seiner Nähe zur Landeshauptstadt Lusaka, die innerhalb einer zweistündigen Fahrt erreicht werden kann, ist der Park relativ unbekannt und bietet auch heute noch viele unentdeckte Wege durch unberührtes Buschland. Seine Größe und unterschiedlichen Landschafträume bieten einer Vielzahl unterschiedlichster Tierarten einen Lebensraum.

In den vergangenen Jahren wurden zahlreiche neue Unterkünfte in und außerhalb des Parks errichtet. Als Folge davon stiegen die Besucherzahlen in den vergangenen Jahren und durch die Mehreinnahmen wurde die Infrastruktur verbessert. Gleichzeitig wurde der staatliche Wildtierschutz ausgebaut, der weitere Unterstützung durch die Unterkünfte erfährt.

Foto: Mukambi Lodge
Foto: Mukambi Lodge

Die beste Reisezeit für den Kafue Nationalpark ist die Trockenzeit in den Monaten Juni bis Oktober. Während der Regenzeit von November bis April sind einige Regionen des Parks nicht zugänglich. Dies bedeutet aber nicht, dass der Park gänzlich unerkundbar ist. Gerade die nasse Jahreszeit bietet mit ihrem üppigen Grün einen ganz besonderen Reiz. Während dieser Monate bieten sich die Unterkünfte an, die ganzjährig für Besucher geöffnet haben.

Durch seine Höhenlage von 1100 m über dem Meeresspiegel liegen die Temperaturen in Kafue unter denen von Luangwa oder dem Sambesi-Tal. Während der Wintermonate (Juni – Oktober) können die Temperaturen in einigen Gebieten sogar unter den Gefrierpunkt fallen.

Bootstouren werden von den meisten Camps ganzjährig angeboten, die in Flussnähe liegen.

Foto: Mukambi Lodge
Foto: Mayukuyuku Camp

Was einen Besuch des Kafue Nationalparks so reizvoll macht, ist nicht die Vielzahl an Tieren, sondern sein Artenreichtum. In keinem anderen Nationalpark südlich des Kongobeckens findet sich eine größere Vielfalt an Huftieren als hier. Zu bestimmten Zeiten des Jahres kann hier die Schönheit der scheuen Leoparden beobachtet werden, die hauptsächlich in der Dämmerung und nachts auf die Jagd gehen und auf einer Nachtpirsch beobachtet werden können. Eine weitere Besonderheit des Parks ist das Vorkommen von Geparden, deren Verbreitungsgebiet sich ausschließlich auf den Westen Sambias begrenzt und die im ganzen Park vorkommen. Eine weitere seltene Tierart sind die hier lebenden Wildhunde, die auf beiden Seiten des Kafue Flusses vorkommen. Der Fluss selbst beherbergt zahlreiche Flusspferde und Krokodile.

Wie in vielen anderen Parks des Kontinents wurde auch hier der Tierbestand in der Vergangenheit durch Wilderei stark dezimiert oder, wie im Falle des schwarzen Nashorns, komplett ausgerottet. Ein Umdenken in der jüngeren Vergangenheit hat dazu geführt, dass diese Entwicklung gestoppt wurde und die Behörden in Zusammenarbeit mit den Parkbetreibern versuchen den Tierbestand zu erhalten.

Zu den zahlreichen Säugetierarten, die hier vorkommen, gesellen sich noch ca. 500 Vogelarten.

Foto: Mukambi Lodge

Beherrscht wird die Landschaft durch Miombowälder, die durch saisonale Schwemmebenen unterbrochen werden, die wiederum häufig an die Flüsse angrenzen, die den Park durchziehen. Besonders die Miombowälder haben im Laufe ihrer Entstehung eine gewisse Feuerresistenz entwickelt. Offene Ebenen finden sich im gesamten Park. Sie werden häufig von Termitenhügeln verziert, an denen sich gerne die Warzenschweine reiben. Die Termitenhügel in den Waldungen sind erheblich größer und teilweise tausend Jahre alt.

Der Kafue Fluss teilt den Park in Nord- Südrichtung und ist der größte Zufluss des Sambesi. Zudem ist er der einzige Fluss, der in Samiba entspringt und auch endet.

Besonders bekannt sind die Busanga Sümpfe, die ein Gebiet bedecken, das annähernd der Größe Hamburgs entspricht. Viele Vögel nutzen den Sumpf als Brutgebiet und finden hier ausreichend Nahrung. Die Busanga Ebenen kann – abhängig vom Wasserstand -  ausschließlich von Anfang Mai bis zum frühen November besucht werden.