Infos zum Gorilla-Trekking in Ruanda

Die Begegnung mit frei lebenden Berggorillas gehört zweifellos zu den eindrucksvollsten Naturerlebnissen, die ein Mensch haben kann. Im folgenden möchten wir Ihnen dazu einige Informationen geben, die Ihnen bei der Vorbereitung auf dieses Abenteuer in Ruanda helfen sollen.

Volcanoes Nationalpark

Ruandas Volcanoes Nationalpark hat im Moment 11 habituierte Gorilla-Familien, von denen 10 besucht werden können und eine Gruppe, die für Forschungszwecke reserviert ist. Die Familien heißen Titus, Susa A, Karisimbi (oder Susa B), Amahoro, Umubano, Sabinyo, Agashya, Kwitondo, Hirwa, Uganda und Bwenge. Es sind daher täglich 80 Gorilla-Permits verfügbar und die Aufteilung der Gäste zu den einzelnen Gruppen erfolgt morgens um 08:00 Uhr bei den Park-Headquarters. Präferenzen für einzelne Gruppen werden berücksichtigt, können aber NICHT garantiert werden.

Die Sabyinyo Familie hat etwa 12 Mitglieder und lebt relative nah an der Nationalparkgrenze (30 – 60 Minuten Wanderung) zwischen den Vulkanen Sabinyo und Gahinga.

Die Agashya Familie, die vormals auch „Gruppe 13“ genannt wurde (wegen der Anzahl ihrer Mitglieder) lebt normalerweise relativ nah bei der Sabinyo Gruppe, bewegt sich aber wesentlich weiter und höher in die Vulkanberge.

Zwischen den Gipfeln von Karisoke und Visoke leben die Amahoro Gruppe mit ca. 17 Gorillas und die Umubano Gruppe mit derzeit 11 Gorillas. Beide sind zwar weiter entfernt als die beiden erstgenannten, aber leichter zu erreichen als die Susa Gruppen.

Die Susa A Familie war die Gorilla Gruppe, die damals von Dian Fossey studiert wurde und besteht mittlerweile aus ca. 40 Individuen. Auch wenn es einige Anstrengungen kostet, sie in den luftigen Höhen des Karisimbi Vulkans aufzuspüren, sollten durchtrainierte Gorilla-Besucher es ruhig wagen. Die große Anzahl der Gorillas und die Tatsache, dass es in der Susa A Familie zwei Zwillingpärchen gibt, versprechen einzigartige Beobachtungen. Die Karisimbi Group (Susa B), die sich vor einigen Jahren von der A-Familie abgesplittet hat, lebt ebenfalls am Mount Karisimbi und ist daher auch nur für versierte Bergwanderer geeignet. Für beide Gruppen sollte man sicherheitshalber eine ganztägige Wanderung einplanen.

Die Hirwa Familie hat ca. 11 Mitglieder, und ihnen eine Silberrücken und ebenfalls eines der sehr seltenen Zwillingspärchen, die die frühe Kindheit überlebt haben.

Die Kwitondo Familie besteht aus 18 Gorillas und wurde in der Demokratischen Republik Kongo habituiert. Sie überquerten 2005 die Grenze und können nun regelmäßig besucht werden. Allerdings haben sie die Angewohnheit oft weit umherzustreifen.

Die Bwenge Familie, die nach ihrem einzigen Silberrücken benannt ist und 11 Mitglieder hat, sowie die Ugende Familie mit ebenso vielen Individuen lassen sich schwer lokalisieren, weil sie häufig ihren Standort wechseln. 

Die Gorilla Permits kosten zurzeit ganzjährig 1500 USD pro Person. Wenn man einen Aufenthalt von mindestens 2 Nächten in einem weiteren Nationalpark Ruandas dazubucht (z.B. Akagera oder Nyungwe Forest) erhält man einen Preisnachlass von 30% auf den Permit-Preis.

Sabinyo - Familie | Foto: Martina Hirschberg
Sabinyo - Familie | Foto: Martina Hirschberg

Wie sollten Sie ausgerüstet sein?

  • Festes Schuhwerk, am besten knöchelhoch, das sich zum Bewältigen steiler und schlüpfriger Hänge eignet
  • Lange Hose und langärmeliges Oberteil (leicht trocknend!)
  • Lange Socken, in die Sie Ihre Hose hineinstecken können (Ameisen!)
  • Leichte Regenjacke
  • Sonnencreme
  • Regenhut (das Wetter ist komplett unvorhersagbar!)
  • Insektenschutzmittel
  • Gartenhandschuhe (gegen stachelige Dschungel-Pflanzen)
  • Lunch-Paket (wird von Ihrer Lodge vorbereitet)

Wichtige Hinweise

Aus Artenschutzgründen wird das Gorilla-Tracking von den Nationalparkbehörden streng überwacht. An die folgenden Regeln muss man sich unbedingt halten:

  • Mit einer ansteckenden Krankheit (z.B. grippaler Infekt, Durchfall) erhält man keine Erlaubnis die Tour mitzumachen.
  • Die Menschengruppen müssen immer dicht zusammen bleiben, auf keinen Fall dürfen die Gorillas von den Menschen eingekreist werden.
  • Gehen Sie nie näher als 7 Meter an die Gorillas heran.
  • In einem Radius von 200 m um die Gorillas herum darf weder geraucht noch gegessen werden.
  • Drehen Sie sich von den Gorillas weg, wenn Sie husten oder niesen müssen und bedecken Sie Mund und Nase dabei mit Ihren Händen.
  • Menschliche Hinterlassenschaften müssen mindestens 30 cm tief vergraben und das Loch sorgfältig wieder verschlossen werden.
  • Lassen keinen Müll im Park zurück - auch das kleinste Fitzelchen muss wieder mitgenommen werden!
  • Spucken Sie weder auf den Boden noch auf die Pflanzen. Benutzen Sie ein Taschentuch.
  • Das Mindestalter für Gorilla-Tracking ist 15 Jahre.
  • Die maximale Gruppengröße ist 8 Personen.