Nationalparks in Tansania
Die Rolle der Nationalparks
Die wichtigste Aufgabe von Tansanias Nationalparks ist der Naturschutz. Die Parks sind das Herz eines umfangreichen Ökosystems, in dem die Lebensräume, das nationale Erbe und die Tier- und Pflanzenwelt geschützt werden sollen. Die tansaniaschen Nationalparks sorgen dafür, dass die Tiere in natürlicher Umgebung leben und sich fortpflanzen können und dass sie nicht durch die Ansprüche einer stetig wachsenden menschlichen Bevölkerung in Mitleidenschaft gezogen werden.
Das Nationalparknetz in Tansania schützt international anerkannte Bastionen biologischer Vielfalt und Stätten, die von globalem Interesse sind. So schafft es einen Ausgleich für die Teile des Landes, die von Entwaldung, Landwirtschaft und Verstädterung betroffen sind. Tanzania Nationalpark (TANAPA) erwirbt gegenwärtig sogar noch mehr Land, um manche Nationalparks zu erweitern und den Statuts anderer Gebiete zu erhöhen und so sichere Wildtier-Korridore zu schaffen, die für die jahreszeitlichen Wanderungen zwischen den geschützten Gebieten wichtig sind.
Indem Sie sich für einen Besuch von Tansanias Nationalparks entscheiden, unterstützen Sie die außergewöhnlichen Investitionen eines Entwicklungslandes in die Zukunft. Trotz Bevölkerungsdrucks hat Tansania fast 43.000 Quadratkilometer für Nationalparks bereitstellt. Die Reservate, Naturschutzgebiete und Meeresparks eingerechnet, schützt Tansania 38 % seines Territoriums – wesentlich mehr als viele der wohlhabenderen Nationen der Welt.
Tourismus in den Nationalparks
Schutz und Pflege der tansanischen Nationalparks, Bildung und Wohl der örtlichen Gemeinschaften werden nicht zuletzt dank der Einnahmen aus dem Tourismus ermöglicht und gefördert. Zudem hilft der Tourismus mit, ein internationales Bewusstsein für die Belange des Naturschutzes zu schaffen. Für den Tourismus spricht auch, dass allein die Anwesenheit von Besuchern die Parkaufseher bei ihrer Aufgabe, die Tiere vor Wilderern zu schützen, unterstützt.
Andererseits hat TANAPA (Tanzania Nationalpark) jedoch der Versuchung widerstanden, auf den schnelle Gewinne versprechenden Massentourismus zu setzen. Im Bewusstsein seiner Verantwortung nicht nur gegenüber Tansania, sondern auch gegenüber der ganzen Welt, hat man sich einem sanften, qualitativ hoch stehenden Tourismus verschrieben, der die Natur nicht aus dem Gleichgewicht bringt und die Nationalparks in Tansania vor zuviel Tourismus schützt.
Aus diesem Grund haben alle Parkwächter ein wachsames Auge auf das, was in den ihnen anvertrauten Gebieten geschieht. Ferner unterliegt die Entwicklung der Nationalparks in Tansania strengen Bestimmungen. Gebäude in den Parks müssen unauffällig sein, der Abfall korrekt entsorgt werden. Besucher und Einrichtungen in den Nationalparks werden weit gestreut, um die Tiere möglichst wenig zu stören und die menschlichen Spuren gering zu halten. So verzichtet man selbst in Tansanias beliebtestem Nationalpark, der Serengeti, auf einer Wildnisfläche von über 7000 Quadratkilometern (beinahe der Hälfte des Parks) auf den Bau von Straßen.
Die einheimische Bevölkerung
Die wertvollen Nationalparks können jedoch nur erfolgreich geschützt werden, wenn die in der Nachbarschaft des Parks lebenden Menschen dieses Anliegen mittragen. TANAPA arbeitet deswegen hart daran, sicherzustellen, dass die örtlichen Gemeinschaften den jeweiligen Park als ihren Nationalpark betrachten und ein ureigenes Interesse an seiner Zukunft haben. Der tansanischen Bevölkerung wird aufgezeigt, welchen Nutzen die Erhaltung der Natur in den Nationalparks bringt.
Ein Teil der Nationalparkeinnahmen wird für lokale Entwicklungsprojekte eingesetzt, zum Beispiel für den Bau von Schulen, Krankenpflegestelle, Wasserversorgungen und Straßen. Die Menschen in den Dörfern werden ermuntert, kulturell geprägte Tourismusprojekte zu entwickeln und sich so neue Erwerbsmöglichkeiten zu schaffen.
Nicht wenige Einheimische arbeiten in den Nationalpark-Lodges, bei Reiseveranstaltern und für TANAPA, wo sie besonders im Kampf gegen Eindringlinge mithelfen, welche die Parks aus Profitgier oder auch aus persönlicher Not heimsuchen. Dabei handelt es sich nicht nur um herkömmliche Wilderer, die Elefanten wegen des Elfenbeins oder Rhinozerosse wegen ihres Horns töten wollen, sondern auch um Leute, die Bäume schlagen, um sie für den Hausbau oder als Feuerholz zu verwenden, die Honig sammeln, illegal fischen, Jagd auf Wild und Vögel machen, um sie zu essen, und solche, die nur noch in den Parks vorkommende Pflanzen sammeln, um sie in der traditionellen Heilkunde einzusetzen. Wenn die Dorfbewohner dank des Parks Arbeit haben und begreifen, dass auch die Gemeinschaft vom Park profitiert, werden sie mit größerer Wahrscheinlichkeit das Schutzgebiet verteidigen und Wilddiebstahl sowie andere Diebstähle melden.
TANAPA arbeitet mit den Dörfern zusammen, zeigt den dort lebenden Menschen, wie man nachhaltig mit der Natur umgeht, unterstützt sie bei der Pflanzung von Bäumen und bei der Einrichtung von Baumschulen. Sie ermutigen die Menschen, sowohl ihr kulturelles Erbe als auch die Natur zu schützen.
Ausblick
Die Zukunft der Nationalparks hängt von denen ab, die sie erben werden. TANAPA bemüht sich, möglichst gute Voraussetzungen zu schaffen, in dem sie die einheimische Bevölkerung über die Wichtigkeit der Parks aufklärt. Sie zeigt in den Dörfern entsprechende Videos auf Swahili, stellt den Schulen Unterrichtsmaterialien zur Verfügung und fördert die Lehrerausbildung. Schulen und Dorfgruppen werden kostenlose Besuche der Nationalparks angeboten, damit den Einheimischen vor Ort gezeigt werden kann, wie wichtig die Erhaltung dieser Lebensräume ist.
Die Unterstützung von Forschungsprojekten ist ein wichtiger Teil ihres Einsatzes für die Zukunft. Tansanias Schimpansen sind Gegenstand der längsten Studie, die es je gab. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen, die in Tansanias Nationalparks arbeiten, entdecken auch weiterhin unbekannte Arten von Schmetterlingen, Vögeln, Käfern und Pflanzen. Verschiedene Untersuchungen beschäftigen sich mit der Anzahl und der Verteilung der Tiere, mit der Einwanderung von ortsfremden Tieren, mit der Wasserqualität und mit den Gründen für den Ausbruch von Krankheiten.
Die Nationalparks bedeuten Schutz für viele Tiere, die andernfalls von der Ausrottung durch den Menschen bedroht wären. Die Parks sorgen dafür, dass dem Schwinden der natürlichen Lebensräume Einhalt geboten wird; hier können sich die Tiere in Ruhe und Sicherheit fortpflanzen, bedrohte Arten können sich erholen. Wenn alle mitarbeiten, werden diese lebenswichtigen Ökosysteme bestehen bleiben und zum Wohl zukünftiger Generationen beitragen.
Quelle: TANAPA
Nützliche Links
TANAPA (Nationalparkverwaltung Tansania)
ZGF (Frankfurter Zoologische Gesellschaft)
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